BfR: Jodversorgung in Deutschland weiter nicht optimal

32 % der Erwachsenen und 44 % der Kinder und Jugendlichen liegen unter dem mittleren Bedarf. Das BfR setzt auf Jodsalz und jodierte Pflanzendrinks, Tabletten nur für bestimmte Gruppen.

Was passiert ist

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat am 13. Oktober 2026 seine Fragen und Antworten zur Jodversorgung neu gefasst. Die wichtigsten Zahlen:

  • Aus Lebensmitteln ohne Jodsalz nehmen Erwachsene im Mittel nur rund 75 µg Jod pro Tag auf, halb so viel wie die empfohlenen 150 µg.
  • 32 % der Erwachsenen und 44 % der Kinder und Jugendlichen liegen unter dem geschätzten mittleren Bedarf. Die Versorgung ist rückläufig, weil Lebensmittelhersteller seltener Jodsalz verwenden, etwa nur 9 % bei Brot und Brötchen.
  • Die DGE empfiehlt seit 2025 150 µg für Erwachsene, 220 µg in der Schwangerschaft und 230 µg in der Stillzeit.
  • Neu ist, dass das BfR auch jodierte Pflanzendrinks empfiehlt, mit 14 µg pro 100 ml wie in Milch.

Was das für dich heißt

  • Jodsalz zuerst, zu Hause und bei gekauften Lebensmitteln. Wer vegan lebt oder auf Milch und Fisch verzichtet, hat ein höheres Risiko für einen Jodmangel.
  • Tabletten nur gezielt: Schwangere sollen nach Rücksprache mit Frauenarzt oder Hebamme 100 bis 150 µg pro Tag nehmen, Stillende etwa 100 µg. Wer eine Schilddrüsenerkrankung hat, fragt vorher ärztlich nach.
  • Bei Präparaten empfiehlt das BfR höchstens 100 µg Jod pro Tagesdosis, für Schwangere und Stillende 150 µg.
  • Algen sind keine verlässliche Jodquelle. Getrockneter Kombu enthält im Mittel etwa 2.000 mg Jod pro kg; schon 1 bis 2 g können mehrere Tausend Mikrogramm liefern, weit über der sicheren Höchstmenge von 600 µg pro Tag. Auch Lugolsche Lösung ist laut BfR kein Weg, die Jodversorgung zu verbessern.
  • Bio-Milch kann weniger Jod enthalten als konventionelle, laut BfR etwa 60 bis 85 %.

Quellen

  1. BfR — Jodversorgung in Deutschland nicht optimal, Tipps für eine gute Jodversorgung (FAQ vom 13.10.2026)
  2. BfR — Aktualisierung (2025) der Höchstmengenvorschläge für Jod (Stellungnahme 065/2025)
  3. BfR — Lugolsche Lösung ist keine Lösung zur Verbesserung der Jodversorgung (Mitteilung 027/2026)

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