Einige Links auf dieser Seite sind Affiliate-Links (Werbelinks). Wenn du darüber kaufst, erhalten wir eventuell eine Provision – für dich ohne Mehrkosten. Auf unsere Rangfolgen hat das keinen Einfluss. Wie wir Geld verdienen
Erklärung

Etikett von Nahrungsergänzung lesen: NRV, Dosis, Fallen

Das Etikett verrät mehr, als es scheint: wie viel Wirkstoff wirklich drin ist, ob die Dosis über den Grenzwerten liegt und ob die Versprechen legal sind. Eine Anleitung in fünf Schritten.

Formen, Dosis und Produkte vergleichen: Vitamin D →Vitamin B12 →Biotin →Multivitamine →Eisen →Omega-3 →Coenzym Q10 →Hyaluronsäure →Kurkuma & Curcumin →Verdauung →

Dieser Ratgeber enthält Werbelinks. Wenn du darüber kaufst, erhalten wir eventuell eine Provision, für dich ohne Mehrkosten. Nur zur Information, keine medizinische Beratung.

Lupe über einer leeren Etikettentabelle, eine Zeile grün hervorgehoben
KI-generierte Illustration · NutriMetrics

Das Wichtigste

  • %NRV vergleicht die Tagesdosis mit dem EU-Nährstoffbezugswert. Mehr als 100 % ist nicht besser – entscheidend ist, unter den Höchstmengen zu bleiben.
  • Vergleiche immer die Menge pro Tagesdosis und die Zahl der Tagesdosen pro Packung, nicht die Kapselzahl oder das Gewicht der Verbindung.
  • In Deutschland empfiehlt das BfR eigene Höchstmengen pro Tagesdosis – oft deutlich unter denen der EFSA, etwa 20 µg Vitamin D oder 6,5 mg Zink.
  • Kein Nahrungsergänzungsmittel darf behaupten, eine Krankheit zu verhüten, behandeln oder heilen.

Die kurze Antwort

Prüfe drei Dinge in der Nährwerttabelle: die Menge jedes Wirkstoffs pro Tagesdosis, wie viele Tagesdosen die Packung enthält und ob eine Menge über den Höchstwerten liegt – in Deutschland lohnt der Vergleich mit den BfR-Empfehlungen. Dann lies die Versprechen auf der Packung: Legal sind nur Angaben aus dem EU-Register, und keine darf sich auf Krankheiten beziehen.

Was auf dem Etikett stehen muss

Nach der Richtlinie 2002/46/EG, in Deutschland umgesetzt durch die Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV), muss das Etikett enthalten:

PflichtangabeWofür sie dir nützt
Die Bezeichnung „Nahrungsergänzungsmittel“Abgrenzung zum Arzneimittel
Die Nährstoffe oder sonstigen Stoffe, die das Produkt kennzeichnenWas du kaufst
Die Menge jedes Stoffs pro empfohlener TagesdosisProdukte vergleichen, Grenzwerte prüfen
Bei Vitaminen und Mineralstoffen der %NRVMenge im Verhältnis zum Bezugswert
Die empfohlene Tagesdosis und der Warnhinweis, sie nicht zu überschreitenWie viele Einheiten eine Dosis sind
Der Hinweis, dass es kein Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung ist—
Der Hinweis, es außerhalb der Reichweite kleiner Kinder aufzubewahren—

Dazu kommen die allgemeinen Lebensmittelangaben: Zutatenliste, Allergene, Füllmenge, Mindesthaltbarkeitsdatum, Los-Nummer sowie Name und Anschrift des Verantwortlichen.

Beschriftetes Beispiel-Etikett: Tagesdosis 2 Kapseln, 150 mg Magnesium pro Dosis, 40 % NRV, Citrat-Form und Pflichthinweise
Erfundenes Beispiel nach Richtlinie 2002/46/EG. Kein echtes Produkt.

Schritt 1: Tagesdosis statt Kapsel

Viele Produkte brauchen 2, 3 oder sogar 6 Kapseln, um die groß beworbene Menge zu erreichen. Prüfe, wie viele Einheiten eine „Tagesdosis“ sind, und teile die Packung durch diese Zahl: Eine Dose mit 120 Kapseln und 3 Kapseln pro Tag reicht 40 Tage, nicht 120.

Schritt 2: Mineralstoff statt Verbindung

Bei Mineralstoffen zählt die elementare Menge. „1.000 mg Magnesiumbisglycinat“ liefern meist etwa 140 mg Magnesium. Die Tabelle muss das Magnesium nennen; wenn die Vorderseite das Gewicht der Verbindung hervorhebt, lass dich von der großen Zahl nicht täuschen. Mehr in Welches Magnesium ist das beste?

Schritt 3: %NRV richtig verstehen

Der Nährstoffbezugswert (NRV) ist ein EU-Referenzwert, kein Höchstwert und keine persönliche Empfehlung. Zum Vergleich:

NährstoffNRV (100 %)BfR-Empfehlung pro TagesdosisEFSA-Höchstmenge für Erwachsene
Vitamin D5 µg20 µg100 µg pro Tag
Zink10 mg6,5 mg25 mg pro Tag
Magnesium375 mg250 mg250 mg pro Tag aus Präparaten
Eisen14 mg6 mgKeine Höchstmenge; sichere Menge 40 mg pro Tag
Vitamin B61,4 mg—12 mg pro Tag

Beim Magnesium liegt schon 100 % NRV (375 mg) über den 250 mg, die EFSA und BfR für Präparate ansetzen. Ein hoher %NRV ist kein Qualitätsmerkmal, sondern manchmal ein Grund, genauer hinzusehen. Die vollständige Liste steht in den Höchstmengenempfehlungen des BfR.

Schritt 4: Typische Fallen erkennen

  • Dosis steigt, wenn man das Etikett ausreizt. Aus unserer Datenbank: Berocca Energía empfiehlt 1 Tablette täglich, das Etikett erlaubt aber 2. Bei 2 Tabletten erreicht Vitamin B6 16,4 mg – über der EFSA-Höchstmenge von 12 mg.
  • „Mischungen“ ohne Einzelmengen. Das Recht verlangt die Menge jedes Stoffs mit ernährungsbezogener oder physiologischer Wirkung. Steht nur die Gesamtmenge einer „Spezialmischung“ da, weißt du nicht, wie viel wovon drin ist.
  • Nicht standardisierte Extrakte. Bei Pflanzen auf Extraktart und Gehalt achten (etwa „5 % Withanolide“ bei Ashwagandha). Ohne diese Angabe sagt „500 mg Extrakt“ wenig.
  • Zahlen vorn, die nicht zur Tabelle passen. Es gilt immer die Tabelle.

Schritt 5: Die Versprechen prüfen

Ein Nahrungsergänzungsmittel darf nur zugelassene gesundheitsbezogene Angaben verwenden – im zugelassenen Wortlaut und ab der Mindestmenge. Außerdem darf es nicht behaupten, eine Krankheit zu verhüten, behandeln oder heilen. „Nie wieder schlaflos“, „Detox“ oder „stärkt die Abwehr gegen Viren“ sind Zeichen dafür, dass ein Etikett zu weit geht.

In Deutschland muss jedes Nahrungsergänzungsmittel beim BVL angezeigt werden. Eine Anzeige ist aber keine Zulassung und kein Beweis, dass ein Produkt wirkt.

Unser Zielfinder zeigt für jedes Produkt in unserer Datenbank die echte Tagesdosis und ob sie die als wirksam geltende Menge erreicht.

Häufige Fragen

Was bedeutet NRV auf einem Nahrungsergänzungsmittel?

NRV steht für „Nutrient Reference Value“, auf Deutsch Nährstoffbezugswert, festgelegt in der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011. Der %NRV zeigt, welchen Anteil davon die Tagesdosis liefert. 375 mg Magnesium entsprechen zum Beispiel 100 % NRV.

Ist mehr als 100 % NRV schädlich?

Nicht unbedingt. Der NRV ist kein Höchstwert. Wichtig ist, die tolerierbaren Höchstmengen der EFSA nicht zu überschreiten – Lebensmittel und Präparate zusammen. In Deutschland empfiehlt das BfR zusätzlich Höchstmengen pro Präparat.

Was muss auf dem Etikett eines Nahrungsergänzungsmittels stehen?

Die Bezeichnung „Nahrungsergänzungsmittel“, die enthaltenen Nährstoffe oder Stoffe und ihre Menge pro Tagesdosis, die empfohlene Tagesdosis, der Hinweis, sie nicht zu überschreiten, dass das Produkt kein Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung ist und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden soll – plus die allgemeinen Pflichtangaben für Lebensmittel.

Was bedeutet „elementar“ bei Mineralstoffen?

Die Menge des reinen Mineralstoffs in der Verbindung. 1.000 mg Magnesiumbisglycinat liefern etwa 140 mg Magnesium. In der Nährwerttabelle muss der Mineralstoff stehen, nicht nur die Verbindung.

Muss ein Nahrungsergänzungsmittel zugelassen werden?

Nein. In Deutschland muss es beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angezeigt werden. Eine Anzeige ist keine Zulassung und kein Wirksamkeitsnachweis.

Quellen

  1. Richtlinie 2002/46/EG über Nahrungsergänzungsmittel (Kennzeichnung, Artikel 6 und 8)
  2. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 über die Information der Verbraucher über Lebensmittel (Anhang XIII, Nährstoffbezugswerte)
  3. BfR — Höchstmengenempfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe
  4. EFSA — Übersicht der tolerierbaren Höchstmengen (2024)
  5. Europäische Kommission — EU-Register der gesundheitsbezogenen Angaben
Toon Van Buylaere

Gründer von NutriMetrics, rund 20 Jahre Erfahrung im europäischen E-Commerce. Kein Arzt oder Apotheker: Die Gesundheitsaussagen in diesem Ratgeber stammen aus den amtlichen Quellen am Ende der Seite.

In den Meldungen

Alle Meldungen →

Weiterlesen